Oliver Groszer

Jongleur

 

         
   

Tagesspiegel Berlin
"Wer Oliver Groszer auf der Bühne sieht, der erlebt mehr als nur eine Abfolge von spektakulär inszenierten Geschicklichkeits- und Fangübungen. Mit katzenartigen Bewegungen schleicht eine chaplinesk anmutende Gestalt hinter dem Vorhang hervor. Aus dem bereitstehenden Koffer greift der Artist drei, vier, fünf Bälle und läßt sie um seinen tänzelnden Körper kreisen. Die Bewegungen von Mensch und Requisite verschmelzen zu einer atemberaubenden Choreographie. Oliver Groszer tanzt seine Jonglage."

profil Wien
"Plötzlich ist der Zauber da. Im roten Schimmerlicht und zu "Plastic Dreams" wirbeln fünf rotsilbern glänzende Keulen durch die Luft, umtanzen den Jongleur, einen der weltbesten. Sie gleiten über seinen Kopf, wirbeln zwischen seine Beine, verhängen sich gelegentlich zwischen seinen Kniekehlen, um schon wieder einzutauchen in phantasievolle Reigenmuster. Zuletzt hielt ein Groszer-süchtiges Pariser Publikum in Peter Brooks Theater "Bouffes du Nord" den Atem an, wenn Olli eine Zigarette aus der Schachtel nahm, hinter seinem Rücken über die Schulter direkt in seinen Mund warf, ein brennendes Streichholz auf eben diesem Weg in den anderen Mundwinkel nachschickte und mit einem kurzen Kopfdrehen die Flamme am Glimmstengel lecken ließ. Und jedesmal, wenn der Jongleur, erleichtert darüber, daß sein Husarenstück wieder gelang, lustvoll an der Zigarette zog, überfiel ihn tosender Applaus."

Frankfurter Allgemeine Magazin (Titelgeschichte)
"Die Welt aus den Angeln heben, ihre Gesetze einfach ignorieren, mit der Schwerkraft zaubern, das kann einen Menschen, der es kann, süchtig machen. Oliver Groszer jongliert nicht kopflos mit der Keule und dem Ball, aber manchem seiner Zuschauer hat er mit seiner Kunst schon den Kopf verdreht. Der junge Mann läßt dem Publikum keine Chance, seinen Kampf mit der Tücke des Objekts nachzuvollziehen. Die Bälle rollen an ihm herauf und herab, über Arme, Rücken, Kopf und Nacken. Alles läßt sich beschreiben. Wie er den Fuß hebt. Wie der kleine silberne Teelöffel durch die Luft segelt und auf seiner Stirn landet. Aber wie er das macht, daß der Löffel auf dem Stiel stehenbleibt, als wäre er an seinem Kopf festgeklebt, das ist unbeschreiblich. Der Zigarettentrick. Mit das Schwierigste, was sich der Mensch an Gleichgewichts-beherrschung abverlangen kann. Welcher Jongleur wagt es, sich mit einer derart riskanten Darbietung zu verabschieden? Die Lichter erlöschen. Spot an. Trommelwirbel. Dann Stille. Bei einem Morgengebet in einem Kloster könnte es nicht stiller sein. Hinter seinem Rücken wirft er eine Zigarette über die Schulter nach vorn und fängt sie mit dem Mund auf. Tusch. Das gleiche geschieht mit einem brennenden Streichholz. Tusch. Ein kurzer Kopfdreher, schon hat die Flamme den Glimmstengel berührt. Tusch. Oliver Groszer macht einen tiefen Zug und lächelt. Vorhang zu."